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Alzheimer ins Gesicht geblickt

Die Diagnose Alzheimer trifft Betroffene und ihre Angehörigen wie ein Faustschlag in die Magengrube. Alzheimer ist nicht heilbar.  Ablagerungen im Gehirn rauben den Patienten ihr Gedächtnis. Was zunächst mit Erinnerungslücken beginnt, bedeutet im Endstadium absolute Orientierungs- und Hilflosigkeit. Für Angehörige besonders schwer zu verkraften ist, dass Alzheimer-Patienten irgendwann nicht mehr wissen, wer sie sind. Sie verlieren Elternteile, Geschwister, Partner oder Freunde, obwohl die Person noch lebt. Der suchende Blick geht ins Leere.

Wie sich Alzheimer für Patienten anfühlt, macht jetzt die aktuelle Kampagne der Alzheimer Forschung Initiative deutlich. Mit der schwindenden Gedächtnisleistung nimmt die Wahrnehmung der Umwelt zunehmend ab, für die Patienten wird ihre Umgebung zu einem immer größeren Rätsel. So geht es ihnen auch beim Betrachten eines bekannten, vielleicht geliebten Gesichts: Wie bei einem falsch zusammengesetzten Puzzle kann der Patient einzelne Fragmente zwar noch erkennen, diese aber nicht mehr zu einem Ganzen zusammensetzen.

Image credits: BBDO

Warum funktioniert diese Kampagne so gut? Weil sie die Perspektive wechselt. Reden wir über Erkrankungen wie Alzheimer, bleiben wir all zu oft in der Außenperspektive. Dreht man die Sichtweise aber um, spürt der Betrachter die Machtlosigkeit, die Betroffene dieser Krankheit erfahren. Werbung ist nicht immer angenehm. Und manchmal muss das so sein. Die von BBDO und Proximity Worldwide erdachte Kampagne ist leise und doch hochgradig bewegend, weil sie es mit viel Sensibilität schafft, uns einen kleinen Einblick in die Lebensrealität eines Alzheimer-Patienten zu geben.

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