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Ein neuer Weg für Mehrweg?

Am 01.10.2020 veröffentlichte der Saft- und Smoothiehersteller Innocent die Kampagne „Pfand für alle“. Worum es geht? Innocent möchte das alle Einweg-PET-Flaschen, die in Deutschland verkauft werden, über das Pfandsystem verwertet werden können.

Um das Anliegen in Deutschland durchsetzen zu können, sammelt Innocent mittels einer Petition Unterschriften. Um damit vor den Bundestag gehen zu können brauchte es 50.000 Unterschriften. Innerhalb weniger Tage wurde die Anzahl schon geknackt. Neues Ziel: 75.000 Unterschriften.

 

Image Credits: Innocent

Aktuell sind in Deutschland alle Säfte und alkoholischen- und milchhaltigen Getränke vom Pfandsystem ausgeschlossen. Für Säfte allein werden 1,5 Milliarden Flaschen in Umlauf gebracht und nicht rechtmäßig recycelt.

Innocent ist bekannt für lustige Wortspiele und clevere Witze in ihrer Werbung, auch hier haben sie sich viel einfallen lassen. Sprüche wie „Ich bin außer Rand und Pfand“ und „Möhr Rechte für unsere Flaschen“ bringen gewiss einige Menschen zum Schmunzeln – auch mich. Allein die kleinen Früchte auf den Werbeplakaten, die Demonstrationsschilder hochhalten haben mich schon fast zum Unterschreiben gebracht. Doch je mehr ich über die Aktion nachdachte, desto mehr merkte ich, dass nicht alles daran gut sein kann. Beim weiteren recherchieren stieß ich auch auf negative Resonanz zu dem Projekt. Es ist die Sprache von Greenwashing, also dem Versuch sich besonders umweltfreundlich darstellen zu wollen, indem die Nutzung von Einwegflaschen legitimiert wird. Außerdem hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. bereits im März 2020 bekanntgegeben, dass die Einwegpfandregelung erweitert wird.

Also ist die Aktion von Innocent nur clevere Werbung um den Kunden ein bessere Gefühl zu geben, wenn sie Getränke in Einwegflaschen kaufen?

Wie dem auch sei, ob von Innocent oder von jemand Anderem – Mehr für das Recycling der Flaschen zu tun und somit für weniger Verbrennung und Umweltverschmutzung zu sorgen, ist und bleibt eine gute und äußerst wichtige Sache.

Innocent erhält für diese Kampagne trotz eventuellem Greenwashing den Sinnvoll-Stempel, weil er mich und andere zum Nachdenken gebracht hat, wie und was wir tun können, um wieder etwas zu verbessern und unserem Planeten etwas Gutes zu tun.

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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