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Ein Plädoyer für den Handschlag

Meine rechte Hand nähert sich der rechten Hand meines Gegenübers, greift beherzt zu und wird für einige Sekunden auf und ab bewegt – in der westlichen Welt ein gängiges Begrüßungs- und Verabschiedungsritual. Verständlich auch ohne Worte. Eine höfliche, aber dennoch herzliche Art, „Hallo“ zu sagen. Wenn ich einer Person die Hand reiche, vertraue ich ihr und lasse ein gewisses Maß an Nähe zu. Nicht umsonst bekunden Verliebte durch das Händchenhalten ihre Zuneigung.


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Doch in Zeiten der ständigen Angst vor krankheitserregenden Bakterien in einer Gesellschaft, deren Kommunikation zum größten Teil virtuell abläuft, ist der Handschlag irgendwie nicht mehr en vogue. Nicht einmal bei WhatsApp gibt es ein Emoji von zwei sich reichenden Händen – dafür aber einen erhobenen Mittelfinger. Auch Fotos von händeschüttelnden Personen des öffentlichen Lebens sind wir längst überdrüssig. Zu oft wurde dieses Bild der geheuchelten Kollegialität in den Medien penetriert – und die einst positive Bedeutung des Handschlags erhielt einen bitteren Beigeschmack.

Dabei kann man durch die nonverbale Geste, mit der man ursprünglich bewies, dass man waffenlos und in friedfertiger Absicht kommt, einiges über sein Gegenüber erfahren. Kräftig und mit Nachdruck zeugt der Handschlag von Selbstbewusstsein und Willensstärke, schwache, kalte Hände assoziiert man hingegen eher mit negativen Eigenschaften. Zudem gibt es einige Anlässe neben Begrüßung und Abschied, bei denen sich die Hände gereicht werden: zur Gratulation, zur Besiegelung eines Versprechens („Hand drauf!“) oder bei der Versöhnung. Der Handschlag ist sozusagen (fast) universell einsetzbar.

Alles in allem ist das Händeschütteln eine sehr schöne, äußerst sinnvolle Geste, die es verdient, wieder mehr in den Fokus der zwischenmenschlichen Interaktion zu treten. Umarmen geht natürlich auch.

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