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Faule Waschbären gegen Corona

Wie werden wir uns in 40 Jahren an das Jahr 2020 erinnern? Genau diese Frage greift die Bundesregierung in ihren am 14.11.2020 veröffentlichten Werbespots auf. In drei Videos werden Senioren gezeigt, die über ihren Alltag im Jahr 2020 sprechen.

Die Kampagne „#besonderehelden – Zusammen gegen Corona“ richtet sich vor allem an die junge Generation in Deutschland. Zu Beginn jedes Videos erzählen Senioren, die im Jahr 2020 Jugendliche waren, wie sie dazu beigetragen haben, die Pandemie zu beenden – nämlich nichts. Im Spot wird gesagt, es würde von der jungen Generation erwartet „faul wie die Waschbären zu sein“. Die Spots wurden von Florida Entertainment produziert, die dafür bekannt sind, dass ihre Produktionen wie Satire wirken. Daher sollte der Inhalt durchaus auch mit einem Augenzwinkern verstanden werden.

Video Credits: Bundesregierung

Bei mir kamen alle Spots mit selbstironischen Sätzen wie „Unsere Couch war die Front und unsere Geduld unsere Waffe“ gut an. Wir alle wissen, dass ältere Generationen mit anderen Herausforderungen zu kämpfen hatten als wir. Dennoch ist es in meinen Augen ein humorvoller Vergleich. Die Verwendung von Wörtern wie „Front“ und „Waffe“ schien mir im ersten Moment etwas übertrieben. Doch sobald ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass der Vergleich gar nicht so abwegig ist. Denn auch wenn der Kampf im Jahr 2020 nicht draußen stattfindet, findet er in unserem Inneren statt. Umso wichtiger ist es also, die junge Generation zu motivieren, der Situation weiterhin standzuhalten. Das ist meiner Meinung nach mit der humorvollen Umsetzung gelungen. Die meisten Menschen werden schließlich mit Humor am besten erreicht.

Die Kritik zu dieser Kampagne ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Junge Menschen fühlen sich durch die Videos verspottet und nicht ernst genommen. Dies sei keine Joko und Klaas Show, sondern eine Kampagne der Bundesregierung. Somit hätte mehr Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt werden müssen, angesichts der wirklich schwierigen Zeit, die hinter und weiterhin vor uns liegt. „Nöte und Bedürfnisse der jungen Generation werden nicht gesehen“, heißt es. Durch den ersten Lockdown und den derzeitigen „Lockdown Light“ erlitten viele nicht nur finanzielle Schäden, sondern auch psychische. Aufmunternde Worte seitens der Regierung seien also angemessen. Stattdessen empfanden viele der jungen Erwachsenen den Inhalt aber als spöttisch und fühlten sich verhöhnt.

Meiner Meinung nach sind die Kritikpunkte berechtigt. Dennoch ist die Kampagne in meinen Augen eine humorvolle Art, die junge Generation daran zu erinnern, dass sie nicht alleine ist. Die Bundesregierung hat mit den Videos viel Aufmerksamkeit erregt, sei es nun im positiven oder negativen Sinne. An einem vorbei geht die Kampagne jedenfalls nicht und das war schließlich auch das Ziel. Aus diesem Grund bekommt die #besonderehelden–Kampagne den Sinnvoll-Stempel von mir!

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Sinn oder Unsinn?

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