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Kampf der sinnentleerten Valentinstagsromantik

Der 14. Februar spaltet die Nation in zwei Lager: Auf der einen Seite die Romantiker, die ihrem Partner Blumen schenken, Schokolade kaufen oder so richtig in die Vollen gehen und gleich zum Juwelier laufen, auf der anderen Seite diejenigen, die den Valentinstag als Erfindung der Floristik abtun und romantisch motivierten Konsum kategorisch verweigern. Aber egal wo man sich selber einordnet, entgehen kann man dem zuckerwattesüßen und rosa eigefärbtem Valentinskitsch kaum. Auf Postern, in Werbespots, überall werden wir daran erinnert, unseren Liebsten zum Valentinstag unsere Liebe zu beweisen, indem wir Geld für sie/ihn ausgeben.

Foto der Dating Twitter Kampagne
Image credit: https://lacriaturacreativa.com

Richtig toll finde ich da die Aktion von Twitter UK: In den U-Bahnhöfen der Londoner Tube erzählen riesige Poster von den schlimmsten Dates der Twitter-User. Schon mal im Kino gewesen, für die Tickets UND das Popcorn gezahlt und dein Date besitzt die Dreistigkeit, das Wechselgeld einzustecken?! Das in Covent Garden als Pop-Up errichtete „Dating Twitter Advice Bureau“ macht die Stories thematisch geclustert („Ghosting Graveyard“, Wheel of Misfortune“) zusätzlich zu einem immersiven Erlebnis. Wären nicht der Brexit und die #Flugscham, ich wäre gerne in der englischen Hauptstadt. Als bekennender Nicht-Romantiker feiere ich die Idee komplett ab. Nicht, weil sie einfach das Gegenteil der über alles hinwegspülenden Romantikwelle ist, sondern weil sie einen Diskurs anstößt und zum Nachdenken anregt. Über moderne Datingkultur, unsere Art, zu kommunizieren, die Schnelllebigkeit in der Liebe und die Halbwertszeit von Beziehungen. Das ist es, was diese Kampagne für mich mit Sinn erfüllt. Auch wenn Sie mich nicht als User gewinnt, denn ähnlich wie zum Valentinstag habe ich noch keinen Zugang zur Welt der 280 Zeichen gefunden – zumnidest als Akteur. Voyeur bin ich da immer gerne.

Motiv der Dating Twitter Kampagne
Image credit: https://lacriaturacreativa.com

Mehr Kampagnenmotive gibt’s hier.

 

 

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