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Perversität ist Geschmackssache

Eines von vier provokanten true fruits-Plakaten. Hier: Oralverzehr
©true fruits

Mit kreativen Flaschenbotschaften, Hashtags wie #einhornkotze oder #ohnemett und jeder Menge Ironie bauten sich der Smoothiehersteller true fruits innerhalb der letzten 10 Jahre eine große Fangemeinschaft auf – größtenteils durch Social Media. Doch mit seiner neuesten – und ersten! – Plakatwerbung für einen Chiasamen-Saft hat sich das Bonner Unternehmen tatsächlich selbst übertroffen.

 

„Bei Samenstau schütteln“, „Oralverzehr“, „2 Samenspender aus gutem Hause“ und „Besamt & befruchtet“ lauten die eindeutig zweideutigen Slogans, die uns seit kurzem in riesigen Lettern von den Plakatwänden vieler deutscher Großstädte entgegenrufen. In München wurden drei der vier Anzeigen bereits zensiert. Was die Marketingabteilung des selbsternannten Saftladens damit bezwecken will, ist klar: Auffallen, provozieren und gefeiert werden – oder auch nicht.

Geschmacklos sind die #samensaft-Plakate in jedem Fall, gleichzeitig aber auch originell. Und sinnvoll? Definitiv! true fruits fährt mit seiner Marketingstrategie seit Jahren die gleiche Linie. Sie kommunizieren – wie Mitbegründer und Marketingchef Nicolas Lecloux im Interview mit W&V erklärte – nur so, wie sie es auch privat tun. Sie finden ihre Sprüche lustig, lassen sich nicht den Mund verbieten und sind gerade deswegen authentisch. true fruits ist ein Beispiel für perfekt gelungene Markenbildung.

Ob sie mit ihrem flachen Humor auch die richtige Zielgruppe erreichen, nämlich die Menschen, die die gesunden Chia-Smoothies am Ende auch kaufen, ist eine andere Sache. Anspielungen auf sexuelle Körperflüssigkeiten in Verbindung mit einem dickflüssigen Wellnessgetränk mögen vielleicht einige witzig finden, appetitanregend aber wohl eher weniger.

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