schließen

Sein oder Schein – das ist hier die Frage.

Corona sorgte beim Kaufhausurgestein Galeria Karstadt Kaufhof für massive Umsatzeinbrüche. Schon vorher ging es den Kaufhäusern nicht wirklich gut, bewiesen Filialschließungen, Mitarbeiterabbau und ein Umbranding in 2019. Nun will sich die Kette nochmals neu positionieren. Das Projekt heißt Galeria 2.0 und umfasst Maßnahmen wie Namens- und Logoänderung sowie neue Luxus-Themenbereiche mit Eventflair. Ob die Neupositionierung der passende Rettungsanker ist?

Über 600 Millionen Euro will die Kaufhauskette in die Neuaufstellung investieren. Der erste Schritt war die Namenserneuerung von „Galeria Karstadt Kaufhof“ auf „Galeria“ inklusive Logoveränderung. Inwieweit man die Namensgebung als „neu“ bezeichnen kann, stelle ich jetzt mal zur Diskussion, denn der Online-Shop war bereits unter Galeria.de zu finden. Aber immerhin eine Vereinheitlichung, die den sperrigen Fusions-Namen verbannt.

Image Credits: Galeria Karstadt Kaufhof & Galeria.de

Auch die Angebote der Stores sollen sich nachhaltig verändern. Laut Geschäftsführer Miguel Müllenbach soll es künftig drei Galeria Typen geben: Das Weltstadthaus, den regionalen Magneten und das lokale Forum. Den Komplett-Refresh erhalten rund 60 der 131 Filialen. Die restlichen Häuser erfreuen sich über teilweise Neuerungen.

Doch worauf dürfen sich Kunden nun freuen?

Galeria möchte sein Angebot gezielt um Dienstleistungen und Premium-Marken anreichern, Kaufwege verkürzen und kundenfreundlicher gestalten. Die Rede ist von Luxus-Gastronomie und Kultur, E-Bike-Stationen und Paketschalter, mit eigener Umkleide zum direkten Anprobieren und zurückschicken. Sogar die Stadtverwaltung soll eine Fläche in den Häusern bekommen. Und natürlich soll alles auch über eine App buchbar sein.

Wen das ganze Maßnahmenpaket bis hierhin nicht erschlagen hat, darf sich bereits in drei Pilotfilialen ein eigenes Bild der zukünftigen Stores machen. Denn Frankfurt, Kassel und Kleve zeigen einen Prototypen der neuen Galeria Konzepte.

Image Credits: Bernd Kammerer

Zum Beispiel in Frankfurt, wo Galeria ganz deutlich auf Premium setzt. Das entscheidende Kaufargument werden hier die Champagnerbar, eine ausgiebiges Sushi-Angebot des Star-Kochs Steffen Henssler und eine Rooftop-Bar mit Blick auf die Frankfurter Skyline sein.

– Kurzes Durchatmen –

Ich finde es absolut richtig und notwendig einen klaren Cut zu machen, denn ohne eine umfangreiche Neupositionierung wäre die Warenhauskette wahrscheinlich nicht mehr zu retten gewesen. Erkennbar sind auch viele gute und innovative Ansätze, die dem Kunden ein umfangreiches Einkaufserlebnis garantieren, was außerhalb des Internets liegt. Nicht zuletzt gibt es praktische Partner, wie die Stadt. Denn wie cool ist es, wenn man direkt nach dem Shoppen seinen neuen Personalausweis abholen kann. Aber sind das alles wirklich notwendige Maßnahmen? Oder ist die Marke vielleicht so eingestaubt, dass sie auf jüngere Zielgruppen weiterhin uninteressant wirkt? Auch die vielen Kooperationen sind mir zu unübersichtlich und teilweise auch irrelevant. Denn wenn ich zu Galeria fahre, um ein Paket abzuholen, brauche ich keine Umkleide in der Post, dann könnte ich ja auch direkt vor Ort shoppen…

Coole Ansätze, aber mir fehlt es nach wie vor an Übersichtlichkeit und klaren Strukturen. Und „Neues“ bitte nicht nur in der Hälfte der Stores!!! Deshalb und, weil Positionierungsversuche im 2-Jahres-Takt etwas unglaubwürdig wirken, gibt’s von meiner Seite den Sinnlos-Stempel!

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.