schließen

Verboten makellos!

Mit dem neu erlassenen „Retuschier-Gesetz“ möchte die norwegische Regierung für ein Stück mehr Realität in den sozialen Medien sorgen. Damit sagt die Regierung den Kampf gegen strahlend reine Gesichter und perfekt geformte Körper an, die nicht realitätsgetreu dargestellt, sondern mit sämtlichen Filtern und Programmen überarbeitet und perfektioniert wurden. Ab Mitte nächsten Jahres müssen somit alle Bearbeitungen von Fotos und Videos auf Social-Plattformen zum Schutz vor Bodyshaming kenntlich gemacht werden.

Image Credits: Instagram

Besonders Influencer zeichnen mit unrealistischen Darstellungen eine unantastbare und makellose Welt – mit dem Problem, dass viele Kinder und Jugendliche das vermeintlich fehlerfreie Aussehen als Vorbild betrachten. Studien von Kinderschutzorganisationen und der Regierung zeigen, dass rund 43% der Befragten wegen ihres Aussehens unter Stress stehen und etwa die Hälfte der 13- bis 18-jährigen über die sozialen Plattformen Werbung für gewichtsreduzierende Produkte angezeigt bekommen haben. Dies verdeutlicht das Problem mit körperoptimierter Werbung und die Relevanz, Inhalte der Sozialen Netzwerke einzugrenzen beziehungsweise Scheindarstellungen besser kenntlich zu machen.

Ich empfinde das neu erlassene Gesetz als einen ersten Schritt in die richtige, natürliche Richtung. Auch ich spreche mich nicht davon frei, beim Anblick perfekter Bilder auf Social Media an mir oder meinem nicht so perfekten Leben gezweifelt zu haben. Das Norwegen nun Vorreiter wird und es zur Pflicht macht, Unechtes zu kennzeichnen, hilft sicherlich dabei, ein realitätstreueres Bild der Gesellschaft zu bekommen und sich somit im eigenen Körper wohlzufühlen. Denn keiner sollte aufgrund eines Beitrags auf Instagram an sich zweifeln. Die einzig offene Frage ist, wie die fehlende Kennzeichnung bei einer solchen Flut in-und ausländischer Beiträge vom Verbraucherschutz kontrolliert werden soll. Auch die Höhe der Bußgelder soll in den nächsten Monaten noch beschlossen werden. Bisher steht nur fest, dass diese bei Wiederholungstätern ansteigen sollen.

Für die verbotene Makellosigkeit bekommt die norwegische Regierung den SINNVOLL-Stempel!!! Und ich hoffe, dass ähnliche Gesetze auch in anderen Ländern und Staaten durchgesetzt werden – damit wir den Idealen der Schein-Makellosigkeit entgegenwirken!

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.