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Versuchskaninchen 2.0

Image Credits: go2market GmbH WIEN

Verbraucherforschung war schon immer ein heikles Thema. Wie greift man besonders viele Informationen seiner Zielgruppe ab? Wie werte ich die ganzen Statistiken und Nutzerinformationen aus und was sagen die Daten mir über die künftige Beliebtheit meiner Produkte? Dieses Problem soll ab sofort der Vergangenheit angehören, denn der Marktforschungssupermarkt Go2market ist nun auch in Köln vertreten und zeigt uns, dass es auch cool sein kann, Versuchskaninchen zu werden.

Image Credits: go2market GmbH Wien, Archiv Supermarkt-Inside

Ein Supermarkt, der so gar nicht aussieht, wie alle anderen. Denn hier werden ausschließlich Produkte verkauft, die es noch gar nicht auf dem Markt gibt, weil sie gerade gelauncht werden oder bisher nur im Ausland zum Kauf stehen. Hersteller können somit ihre Produkte unter realen und ortsbezogenen Bedingungen austesten und schauen, ob das Produkt durch die Decke geht oder zum Flop mutiert.

Wie komme ich in den Markt?

Eins lässt sich vorwegnehmen: Nicht jeder kommt in den Markt. Zuvor erfolgt eine Registrierung auf der Website des Start-ups, bei welcher anhand soziodemografischer Kriterien die Testpersonen ausgewählt werden. Dadurch gewährleistet das Unternehmen eine valide Aussage über die Attraktivität der Produkte. Schließlich soll das Ergebnis nicht nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung widerspiegeln. Also, wenn du Ü18 bist, nichts wie los!

Aber warum eigentlich Versuchskaninchen werden?

Durch Grillenmehl-Pasta, alkoholhaltigem Sprudelwasser und vielem mehr, erhält man einen Einblick in das künftige Sortiment der Supermärkte. Der erste, größere Store in Wien fasst mittlerweile ca. 350 Produktneuheiten von über 120 Herstellern. Darunter befinden sich auch namenhafte Marken wie Barilla, Knorr, Almdudler oder Gaffel, die ihre Neuheiten austesten. Während des Einkaufes werden Kundenreaktionen zu den verschiedenen Produkten mit 360-Grad-Kameras beobachtet und mit KI ausgewertet. Gemessen wird beispielsweise die Verweildauer vor einem Produkt, ob wir es aus dem Regal nehmen oder es einfach ignorieren. Zusätzliche Informationen gibt es auch, wenn die Kunden im Anschluss die Fragebögen beantworten. Dies ist allerdings kein muss (zum Glück!!!), kann aber das Guthaben der Käufer aufladen! Und das wiederum ist schon kein schlechtes Argument…

Image Credits: go2market GmbH

Also, wie tief muss man in die Tasche greifen?

Der Spaß ist nicht ganz kostengünstig – zumindest auf den ersten Blick! Als Kunde kann man zwischen drei Abo-Modellen auswählen. Je nach Laufzeit kosten diese zwischen 12,90 € monatlich für ein Jahr und 16,90 € bei 3-monatiger Laufzeit. Als Gegenleistung – und jetzt Achtung!!!! – bekommt der Testkäufer einen Einkaufswert von 55,00 € im Monat. Jedes Produkt darf zwar nur einmalig gekauft werden, aber bei so viel Spaß und Neugierde an Produktneuheiten, stelle ich mich gerne als Versuchsobjekt zur Verfügung!

Das Bezahlen erfolgt ganz einfach über das Einscannen der Produkte mit unserem Handy. Also wirklich super einfach und so markt- und verbraucherfreundlich, dass das Start-up bereits nach kurzer Anlaufzeit in Deutschland weitere Eröffnungen des Marktforschungssupermarktes plant.

Ich finde das Konzept spannend und unglaublich cool. Ich bin absolut kein Fan irgendwelcher Fragebögen oder Umfragen, bei denen man ganz offensichtlich Versuchsobjekt ist. Aber wenn es auf eine so subtile und auch finanziell attraktive Art geht – warum nicht?! Für mich wäre es einfach nur mega spannend zu sehen, was für außergewöhnliche Produkte es vielleicht auf den Markt schaffen oder ob es auch absolute Flops in den Regalen gibt. Und wer der Meinung ist, der Markt besäße schon zu viele Informationen … dem sage ich, wir sind sowieso gläsern durch Google, Amazon und Co. Dann können wir doch Barilla eine kleine Möglichkeit geben zu erfahren, ob wir die Heuschrecken-Pasta gut finden oder nicht 😉

In dem Sinne gibt’s von mir für die Marktforschung mit Win-win-Effekt einen klaren SINNVOLL-Stempel.

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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