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Werbung für Werbeverweigerer

Ich bin seit jeher überzeugter Adblocker-Nutzer und Werbeverweigerer. Nicht, weil mich die Werbung selbst stört, sondern weil ich bewusst entscheiden möchte, welche Werbung ich konsumiere. Umso erstaunter war ich, als ich letztens auf der Website von „The Next Web“ mit Werbung der übelsten Art konfrontiert wurde: einem riesigen Pop-Up – und zwar trotz aktivem Adblocker!

blackmirror

Mit einer geschickt platzierten Anzeige hat sich der Streaming-Anbieter Netflix direkt an Adblocker-User wie mich gewandt und etwas getan, was bisher kein Unternehmen gewagt hat: mich durch meine Werbeschutzwand hindurch mit ihrer Werbung zu penetrieren. Neben einem normalen Werbebanner, das jeder Nutzer ohne aktivierten Adblocker zu sehen bekommt, wurde ein alternatives Banner entworfen, das sich direkt an die Werbeverweigerer richtet. Dieses enthält folgenden Text:

„HELLO ADBLOCKER USER.
YOU CANNOT SEE THE AD. BUT THE AD CAN SEE YOU.
WHAT’S ON THE OTHER SIDE OF YOUR BLACK MIRROR?“

Mit dieser doch recht aufdringlichen Kampagne soll natürlich die Netflix-Serie „Black Mirror“ beworben werden. Der Science Fiction-Thriller, der die Nebenwirkungen der Technologie auf die Menschheit behandelt, passt natürlich wie die Faust aufs Auge zu einer solchen Kampagne. Dennoch wird sich hier eiskalt über die Wünsche des Users hinweggesetzt, denn das Einzige, was der sich beim Installieren des Adblockers gewünscht hat, war, keine Werbung mehr zu erhalten.

Letztlich lässt sich folgende Erkenntnis ziehen: Aufdringliche Werbung ist immer mit einem Risiko verbunden. So gut sie auch gemacht ist, sollte man sich gut überlegen, ob man mit seiner Werbung wirklich User erreichen möchte, die sich ihr bewusst verweigern.

Bei einer thematisch weniger geeigneten Serie wäre meine Akzeptanz für aufgezwungene Werbung vermutlich wesentlich geringer gewesen. Doch in diesem Fall hat es funktioniert. Ich war überrascht und wollte wissen, was mich auf der anderen Seite des „Black Mirror“ erwartet. Darum bekommt die Netflix-Kampagne von mir das Prädikat „sinnvoll“.

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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