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Liest du noch oder hörst du schon?

Im Dezember 2020 gab der schwedische Möbelriese IKEA die Abschaffung seines Kalenders bekannt. Grund dafür sei das veränderte Nutzungsverhalten der Kunden. Jetzt bringt IKEA US als einmalige Initiative den neuen Katalog als Podcast raus. In 13 Kapiteln, die jeweils 15 Minuten lang sind, werden die aktuellen Angebote des Schweden präsentiert. Zusätzlich dazu gibt der Katalog-Podcast Einrichtungstipps und Hilfestellungen mit To-Do-Listen.

Ich bin ganz ehrlich, als ich von dieser Idee gehört habe, war mein erster Gedanke: „Hä?! Wie soll das denn gehen?“ Durch den klassischen Katalog werden mir verschiedene Inspirationen direkt in den Schoß gelegt. Höre ich einen Podcast, liegt es an meiner eigenen Vorstellungskraft, die mit Worten gemalten Bilder zu vervollständigen. Und weil ich eine absolute Niete im räumlichen Denken bin, nutze ich dann doch lieber die Website als Inspirationsquelle bzw. die digitale Version des Kataloges.

Der zweite Gedanke, der mir durch den Kopf schoss: „Wieder einer, der auf den Podcast-Trend aufspringt.“ Versteht mich nicht falsch, es ist absolut richtig, dass neue Wege gegangen werden müssen, wenn sich das Medienverhalten der eigenen Kunden verändert. An der Stelle hätte ich mir aber doch etwas mehr Eigeninitiative und Innovation von IKEA gewünscht als einfach nur einen weiteren Podcast auf den – meiner Meinung nach – viel zu überfluteten Markt zu schmeißen.

Auf Nachfrage des sterns antwortete eine Pressesprecherin von IKEA Deutschland, dass der Audiokatalog nicht das neue Format für die Zukunft sei – Gott sei Dank! Denn meiner Meinung nach kann das einfach nicht funktionieren, zumindest nicht ohne jegliche Ergänzung. Ich bin gespannt, ob wir (abgesehen von der digitalen Variante) in Zukunft eine Alternative zum IKEA-Katalog präsentiert bekommen, denn grundsätzlich finde ich es gut, dass man eine neue Richtung einschlagen möchte – dann aber bitte gut durchdacht! Denn egal wie viel Vorstellungskraft jemand besitzt, einen Katalog als Podcast herauszubringen bietet absolut keinen Mehrwert und ist daher in meinen Augen totaler UNSINN.

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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