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SCHMUTZIGE SOLIDARITÄT.

Die RTL-Moderatorin Susanna Ohlen berichtete vergangenen Montag über die Unwetterschäden in Bad Münstereifel. Aus Scham über ihre saubere Kleidung, rieb sie sich mit Schlamm ein. Nach der Veröffentlichung eines Videos über die Aktion, zog RTL verspätete Konsequenzen.

Das Video wurde den darauffolgenden Mittwoch auf den Plattformen Twitter und YouTube veröffentlicht und sofort von Usern kritisiert. Ohlen reagierte mit einem Post, entschuldigte sich wortreich für Ihren Fauxpax und bat um Verzeihung.  

RTL, der sich als Sender gerade neu und seriös umpositioniert, nahm jedoch erst Stellung, als der Shitstorm die Medien bereits beherrschte. Die Folge: Ohlen ist seit dieser Woche beurlaubt. Ihr Verhalten widerspricht den von RTL gesetzten journalistischen Grundsätzen. Ich frage mich, warum der Sender erst reagiert, nachdem das Video im Netz veröffentlicht wurde und auf Kritik stieß? Die Berichterstattung von „Guten Morgen, Deutschland“ lag zu diesem Zeitpunkt bereits 2 Tage zurück. Eigentlich genügend Zeit für RTL, die Hintergründe zu thematisieren und sich öffentlich zu distanzieren. Die angekündigte Neupositionierung mit Fokus auf mehr und besser recherchierte Nachrichteninhalte stehen dem Shitstorm-Management RTLs vollkommen entgegen. Denn Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Zuschauer gewinnt man mit einer klaren Position und schnellen Reaktion.

Ich finde die Berichterstattung von Susanna Ohlen einfach nur unmoralisch gegenüber den vielen betroffenen Bürgern, die keine andere Wahl haben, als im Schlamm nach verlorenem Besitz zu suchen und sich dreckig zu machen, weil sie ihre Heimat von der Flutkatastrophe säubern wollen. Aber viel enttäuschter bin ich über die falschen Versprechungen des Privatsenders. Eine erste Reaktion und Stellungnahme erst nach dem Beweisvideos auftauchen zu lassen, hat für mich nichts mehr mit glaubhafter Berichterstattung und Respekt gegenüber den Zuschauern zu tun. Ich habe schon zuvor gezweifelt, dass RTL sich von skandalreichen Inhalten abgrenzen und überzeugend mit neuem Image und valideren Nachrichten positionieren kann. Aber diese Aktion zeigt uns die gestellte und gefakte Realität der Medienbranche. Viele und überspitzte Berichte auf Kosten von Menschen, die alles verloren haben, ist ein absolutes No-Go und bekommt von mir den Sinnlos-Stempel!

@RTL: Bei einer Neupositionierung ist nicht nur ein guter Vorsatz und ein neues Logo von Bedeutung, sondern auch glaubhaftes, moralisch wertvolles Verhalten!

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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