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Statements, die die Welt nicht braucht

In der W&V-Ausgabe vom 12. November weckte eine Studie mit dem Titel „Zu viel Krawall schadet“, mein Interesse. Die Unternehmensberatung McKinsey, der Agentur-Verband GWA und BBDO haben sich mit der Frage wie Werbung sein muss, damit sie wirkt, befasst und im Zuge dessen 200 deutschsprachige Kampagnen, darunter auch die Effie-Preisträger und –Finalisten der letzten zehn Jahre, von 30 Ex-Juroren des Wettbewerbs bewerten lassen.

Die erste Quintessenz im Anlauftext lautet: „Viele Marken und ihre Agenturpartner sollten umdenken.“ Klingt ja erstmal vielversprechend und macht neugierig. Bis hierhin, also alles in Ordnung!

 

Um die Ergebnisse der Studie zu präsentieren wurden vier Statements verfasst.

„Erfolgreiche Werbung benötigt eine solide strategische Basis“

„Gefühlsduselei und Krawall schrecken ab“

„Kreativität zahlt sich für Marken aus“

„Werbewirkung braucht Zeit“

Angesichts der Tatsache, dass ich doch sehr gespannt auf die Ergebnisse war, gerade weil ich mich erst mit einer Kollegin darüber unterhalten habe, wie Werbung auf uns wirkt und inwiefern sie uns wirklich beeinflusst, sind diese vier Statements leider sehr ernüchternd.

„Erfolgreiche Werbung benötigt eine solide strategische Basis“ – wer hätte das nur gedacht? Immerhin ist es doch kein Geheimnis, dass hinter einer Kampagne strategische Gedanken stecken sollten. Sonst würde das Projekt ja nicht in Erfolg, sondern in Chaos enden. „Gefühlsduselei und Krawall schrecken ab“. Es kann durchaus vorkommen, dass bestimmte Kampagnen mit Absicht sehr emotional oder pulverisierend ausgerichtet sind. Meistens sind die Konsequenzen, die sich dahinter verbergen können bereits mit einkalkuliert und werden aus bestimmten Gründen gerne akzeptiert. Der Gedanke „Langweilig kann ja jeder!“, kam mir, als ich Statement drei gelesen hatte. Dementsprechend auch hier keine wirklich neue Erkenntnis. Dass Werbung unterhaltsam, spannend oder berührend (Dabei dachte ich, dass Krawall und Gefühlsduselei abschreckend sind?) sein sollte, ist ja bei weitem kein Geheimnis und auch nur logisch. Sonst spricht sie den Konsumenten ja gar nicht erst an? Und Statement 4, dass Werbewirkung Zeit braucht – Achtung Ironie – ist für mich absolut rätselhaft. N-a-t-ü-r-l-i-c-h braucht Werbewirkung Zeit. Nach einem Tag kann schließlich schlecht festgestellt werden, wie die Kampagne wirkt beziehungsweise, ob sie überhaupt eine Wirkung hat.

Für mich bekommt diese Studie definitiv den Stempel SINNLOS aufgedrückt. Ich bekomme kein neues Wissen vermittelt und wirklich umdenken, so wie es am Anfang genannt wird, musste ich auch nicht.

Was hältst Du von diesem Beispiel?
Sinn oder Unsinn?

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