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Verwirrend neu

Eine der bekanntesten europäischen Medienmarken positioniert sich um, aber dieses Mal radikal! Die Rede ist von dem Kölner Privatsender RTL. Die Zukunft RTLs soll mehr Vielfalt, Relevanz, Zusammenhalt und Nachhaltigkeit verkörpern. Welche Veränderungen die Zuschauer erwarten dürfen, hat der TV-Gigant nun veröffentlicht.

Den Start macht das neue Logo-Design des Senders. Die drei Buchstaben sollen künftig nicht länger nur in den Grundtönen Rot, Gelb, Blau gehalten werden, sondern alle möglichen Farben tragen. Damit erwartet die Zuschauer eine optisch sehr bunte Zukunft, die das Ziel der Vielfalt hervorheben soll. Zudem soll das TV-Programm des Senders durch zusätzliche Nachrichtenzeiten – z. B. in der Prime-Time – informationsrelevanter werden. Unterstützt wird dies durch die Neuzugänge der Pinar Atalay und Jan Hofer, die vorher für die ARD tätig waren. Dafür verlassen die RTL-Urgesteine Dieter Bohlen und Daniel Hartwich die Shows „Deutschland sucht den Superstar“ bzw „Das Supertalent“. Des Weiteren ist die Streaming-Seite TVNow Teil der Umstrukturierung und wird künftig unter RTL+ beworben. Damit soll den Rezipienten die Zuordnung zur Marke vereinfacht werden. Zur internationalen Transformation RTLs gehört zusätzlich der Verkauf der belgischen TV- und Radio-Sender für 250 Millionen Euro. Außerdem bekam RTL die fehlenden 50% Anteile am Kindersender Super RTL, welcher nun unter dem Namen Toggo positioniert wird.

Image Credits: RTL

Ich finde, dass man bei den vielen Veränderungen fast den Überblick verliert. Denn warum braucht RTL neue Farben fürs Logo? Die CI-Farben des Senders sind sehr eingängig und stechen sofort ins Auge. Ein kunterbuntes Design könnte zu Verwirrung führen und in der Masse untergehen, besonders da viele Unternehmen anlässlich des „Pride Month“ ihr Logo bunt koloriert haben. Und klar ist es sinnvoll und wichtig, dass Privatsender sich bemühen, besser recherchierte Nachrichteninhalte und ein Streaming Angebote zur Verfügung zu stellen. Nur zeichnet sich der Sender primär durch Reality- und Unterhaltungsformate wie DSDS, das Dschungelcamp oder den Bachelor aus. Der Einstieg in bereits von öffentlich-rechtlichen Sendern besetzte Segmente sowie von Streaming Anbietern dominierte Märkte wird RTL künftig vor Herausforderungen stellen. Damit bekommen die umfangreichen Positionierungsmaßnahmen und unrealistische Zielsetzung RTLs von mir den SINNLOS-Stempel.

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